DAS NATÜR­LICHE GLEICHGEWICHT. ZUM WOHL DER UMWELT.

Bier ist mehr als ein Getränk – Bier ist ein wichtiger
Teil der Lebenskultur.
Die Brau Union Österreich achtet daher besonders auf ihre ökologische Verantwortung. 

Vom Feld bis zur Flasche, vom Korn bis zum Kunden, ­setzen wir Umweltschutzmaßnahmen. Nachhaltigkeit ist in all unseren Prozessen verankert und begleitet uns täglich. Ständig starten wir konkrete Projekte und ­Initiativen, um an allen Brauereistandorten nachhaltig besser zu werden. Unsere Strategie dabei ist, unseren Energie-, Rohstoff- und Wasserverbrauch zu senken, Abfälle zu ­reduzieren und den CO2-Ausstoß zu minimieren. So setzt die Brau Union ­Österreich Umweltstandards für die gesamte Branche – national in Österreich und als Mitglied der HEINEKEN-­Familie auch international. 

Umweltmanagementsysteme ermöglichen uns, sämt­liche ­Umweltthemen im Unternehmen systematisch anzugehen. Auch neu entstehende Aufgaben in diesem Bereich, wie etwa das Energieeffizienzgesetz, können in das bestehende System integriert werden. Sieben unserer Brauereien sind mit dem Umweltmanagementsystem  ISO 14001:2015 zertifiziert. Wir arbeiten zudem nach dem Vorsorgeprinzip, indem wir uns täglich mit der Verbesserung sozialer und ökologischer Aspekte entlang unserer Wertschöpfungskette auseinandersetzen.

UNSERE SCHWERPUNKTE IM UMWELTMANAGEMENT:
Nachhaltige Beschaffung / Schutz der Wasserressourcen / Reduktion von Energieeinsatz und CO2-Ausstoß

So viel CO2 verursacht die Bier­produktion – unser Carbon Footprint.

Gemeinsam mit anderen Unternehmen der ­HEINEKEN-Familie haben wir ein CO2-Fußabdruck-Modell entwickelt, das die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfasst. So wollen wir die kritischen Größen unseres CO2-Fußabdrucks ans Licht bringen. Die Berechnung ­orientiert sich an den Methoden des „Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard“ von WBCSD/WRI, die an die Besonderheiten der Braubranche angepasst wurden. Das Modell umfasst die sechs Phasen im Lebenszyklus eines Getränkes – vom Rohstoffanbau über den Brauprozess und den Transport bis hin zur Kühlung beim Kunden. So wurden sowohl Scope 1 und Scope 2 als auch Scope 3 Emissionen in die Berechnung des ­Carbon Footprints einbezogen.*

carbon_footprint

Der Carbon Footprint der Brau Union Österreich liegt bei 45,6 kg CO2e** pro Hektoliter Bier und damit ­deutlich unter dem durchschnittlichen Wert der ­HEINEKEN-Familie (64,1 kg CO2e/hl). 

Der Vergleich zum Jahr 2011 zeigt aber, dass der ­Carbon Footprint um 4,6 kg CO2e/hl gestiegen ist. Das liegt vor allem am Zuwachs der CO2e-Emissionen im Bereich des Verpackungsmaterials (+4,7 kg CO2e/hl) sowie in der Distribution (+3,4 kg CO2e/hl). Gemeinsam mit unseren Lieferanten und im Rahmen der Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen arbeiten wir laufend an Initiativen, die wieder zu einem Rückgang der CO2e-Emissionen führen. Auf ähnliche Weise konnten wir bereits Emissionen aus der Vermälzung und Verarbeitung um 2,7 kg CO2e/hl senken.

* Scope 1 und 2 Emissionen werden jährlich erhoben und im Anhang ausgewiesen. Scope 3 Emissionen werden nur im Umfang des dreijährigen Carbon Footprints erhoben und stehen nicht im Detail zur Verfügung. Die nächste Neuberechnung erfolgt für das Jahr 2017.

** CO2e = CO2-Äquivalent = Maßzahl für
den relativen Effekt des Beitrags zum Treibhausgaspotenzial.

Worauf wir beim Einkauf achten.

„Rund 85 bis 90 Prozent der Rohstoffe beziehen wir von langjährigen, regionalen Lieferanten. Das hält die Wege kurz, schont die Umwelt, trägt zur Wertschöpfung im Land bei und nicht zuletzt zur besten ­heimischen Qualität für unsere Biere.“
MMag Simon Steyrl, Leitung Einkauf,  Brau Union Österreich

Der Einsatz nachhaltiger Rohstoffe aus Österreich hält die Transportwege kurz und schont die Umwelt. ­Außerdem sichern wir damit österreichische Arbeitsplätze und erzeugen heimische Wertschöpfung.

„Made in Austria“


Unsere Hefe wird unter höchsten hygienischen ­Standards in ­Österreich vermehrt. So wie unser Brauwasser, das zur Gänze aus geschützten heimischen Quellen stammt. Mehr als 82 % unseres Malzes werden aus Braugerste österreichischen Ursprungs hergestellt, rund 93 % des Hopfens stammen ebenfalls aus ­Österreich. 

Unser Gösser Bier stellen wir sogar zu 100 % aus österreichischen Rohstoffen her, dafür wurde es auch mit dem rot-weiß-roten AMA Gütesiegel ausgezeichnet. Bio-Biergenuss mit 100 % österreichischen Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau erhält man überdies von unserer Spezialitätenbrauerei ­Schladming.

CO2-Verursacher Verpackung

Möglichst umweltfreundliche Varianten bzw. Recyclingmaterialien wählen wir für unsere Verpackung. Dies reduziert unseren ­Carbon Footprint entscheidend – denn Verpackungen sind mit 36 % die größten Verursacher für CO2e-Emissionen.

Der Verpackungsmix zeigt für das Jahr 2016 folgendes Bild: Mehrweg-Glasflaschen haben mit 45,6 % den größten Anteil am Verpackungsmix. An zweiter Stelle nach den Abfüllmengen in Hektolitern befinden sich unsere Dosen mit 24,3 %, und an dritter Stelle unsere Fässer mit 19,7 %. Der Rest teilt sich auf Einweg-Glasflaschen und PET-Flaschen auf. Somit gelangen über 65 % unserer Biere in umweltfreundlichen Mehrweggebinden (Mehrweg-Glas­flaschen und Fässer) zu den Konsumenten. Nur 34,7 % werden in Einweggebinden, Einweg-Glasflaschen, PET-­Flaschen und Dosen abgefüllt. Um die Umweltauswirkungen der verwendeten Verpackungen möglichst gering zu halten, halten wir unsere Lieferanten an, den Sekundärrohstoffanteil zu erhöhen. Mit unserer Initiative „Green Packaging“ verfolgen wir das Ziel, effizientere Verpackungslösungen zu finden. Mit Hilfe von Lebenszyklusanalysen arbeiten wir laufend an der Reduktion des Verpackungsgewichts. Das betrifft das Design genauso wie die Größe oder Herstellung der Verpackung. 

So haben wir 2016 gemeinsam mit unseren Lieferanten Gewicht bei Flaschen, Dosendeckeln sowie bei Kartonagen eingespart. Alle Dosendeckel wurden auf CDL-Deckel umgestellt (Gewichtsreduktion von 10 %). Anstatt von einigen Kartons werden jetzt Trays verwendet (das spart in etwa 50 % Kartongewicht).

Zudem nehmen wir als Brau Union Österreich freiwillig an der Nachhaltigkeitsagenda für Ge­tränkeverpackungen 2008-2017 teil und haben die Zusatzvereinbarung zur Nachhaltigkeitsagenda – Förderung von Mehrweggebinden – unterzeichnet. Die damit verbundene Reduktion von CO-Äquivalenten ist der Brau Union Österreich ein bedeutendes Anliegen.

Brau Union Österreich unterstützt Mehrwegkampagne: Mehrweg-Hero gesucht

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft (BMLFUW) stellte auch 2016 die Mehrweg-Flasche wieder ins Rampenlicht. Nach dem erfolgreichen Start der Initiative „Sag’s am Mehrweg“ wird die Kampagne nun unter dem Titel „Österreich sucht den Mehrweg-Hero“ fortgesetzt. Durch die Auszeichnung der fleißigsten Mehrweg-Heroes und mit ­coolen Sprüchen und Botschaften soll die smarte Mehrweg­flasche – als ökologische Musterschülerin – wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten. Unterstützt wird das Projekt auch von der Brau Union ­Österreich, die sich mit ihren ­Marken Gösser, Zipfer und ­Puntigamer an der Aktion beteiligt. 

Wir prüfen unsere Lieferanten

Alle Lieferanten, mit denen wir regelmäßige Geschäftsbeziehungen pflegen, müssen sich schriftlich zur Einhaltung der im Lieferantenkodex (HEINEKEN-Supplier Code) definierten Werte und Grundsätze zu Menschenrechten, Umwelt- und Arbeitsschutz verpflichten. Anhand einer internen Risikoanalyse werden Lieferanten in Risikogruppen eingeteilt. Lieferanten in einer hohen Risikogruppe durchlaufen ein Assessment von EcoVadis. Bei Bedarf kann ein Plan für Korrekturmaßnahmen zur Verbesserung der CSR-Leistung des Lieferanten erstellt werden. Im Jahr 2016 wurden 13 unserer 2.090 Lieferanten mit einem hohen Risiko eingestuft und haben das EcoVadis Assessment bereits erfolgreich absolviert. Die Nichtunterzeichnung oder Nichteinhaltung des Codes kann zu einer Beendigung der Geschäftsbeziehung führen.  

Wie wir Abfall vermeiden 

An allen unseren Standorten haben wir „Environmental Teams“ gegründet. Deren Aufgabe ist es, als Teil unseres TPM-Prozesses (Total Productive Management) die Abfallmenge zu reduzieren, Wiederverwertungsmöglichkeiten zu finden und die korrekte Entsorgung der verbleibenden Abfälle sicherzustellen. Mit insgesamt 105.262,57 Tonnen Altstoffen – wie etwa Treber, Althefe, Karton, Glas, Dosen oder Gewerbemüll – stieg das Abfallvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 %. Grund dafür war die vergleichsweise höhere Produktionsmenge. 

Alle Einwegverpackungen der Brau Union Österreich sind bei der Altstoff Recycling Austria AG lizenziert und werden nach der Sammlung stofflich oder thermisch verwertet. So konnten wir im Jahr 2016 erneut eine Recyclingquote* von 100 % erreichen. Interne wie auch externe Audits stellen sicher, dass wir unseren Abfall gemäß Abfallwirtschaftsgesetz und Abfallnachweisverordnung entsorgen. 

Auch die Reste aus der Bierproduktion werden vielfältig weiterverwendet. Ein Großteil der Biertreber und Hefe kommt als Futtermittel bzw. ­Düngemittel in der ­Landwirtschaft zum ­Einsatz. Um die ­beste Qualität dieser Futtermittel sicher zu ­stellen, sind sieben ­unserer Produktionsstand­orte nach der AMA-­Futtermittelrichtlinie ­Pastus+ zertifitziert.

2016 unterstützten wir unter anderem die Initiative „Ö3 Wundertüte“. Dabei wurden rund 250 Mobiltelefone samt Zubehör, die aus dem Inventar des Unternehmens ausgeschieden wurden, gespendet. Die Initiative „Ö3 Wundertüte“ ermöglicht nicht nur eine umweltgereichte und gesetzeskonforme Entsorgung der Mobiltelefone. Der Erlös aus der Verwertung der Geräte fließt in die Soforthilfefonds von Licht ins Dunkel und der Caritas und kann so direkt für Menschen in Not eingesetzt werden.

* Gemäß der HEINEKEN-Definition ist Recycling eine 100 % ge­setzeskonforme Entsorgung sowie darüber hinaus eine weitest­gehend mögliche stoffliche Verwertung des Abfalls in ­Verwertungskanäle soweit verfügbar.

Wasser ist unser wichtigster Rohstoff. Wir tun alles, um es zu schützen.

„Wir setzen auf brauereieigenes Wasser – das stellt sowohl die einwandfreie Qualität des verwendeten Wassers als auch die Versorgung sicher.“
Dietmar Roher, Umweltschutzbeauftragter

Kein Rohstoff ist beim Bierbrauen wichtiger als Wasser. Unseres stammt ausschließlich aus Österreich – und aus brauereieigenen Tiefbrunnen und Quellen, mit Ausnahme unserer Brauereien in Schladming und Kaltenhausen.

Um diese vor möglichen negativen Umwelteinflüssen zu schützen, haben wir Wasserschutzgebiete eingerichtet und kontrollieren die Qualität unseres Wassers streng. Das gesamte Frischwasser in unserer Produktion entspricht der Verordnung „Wasser für den menschlichen Verbrauch“. 

Wir arbeiten zudem kontinuierlich daran, unseren Wasserverbrauch zu ver­ringern und setzen dazu in allen Brauereien Maßnahmen. Seit 2008 konnten wir unseren spezifischen Wasserverbrauch um 43,9 % senken. Damit liegen wir mit 3,2 hl Wasser je hl Bier international im absoluten Spitzenfeld. Die HEINEKEN-­Familie weist im Durchschnitt etwa 3,6 hl Wasser / hl Bier aus. 

Das Nutzwasser in unseren Brauereien versuchen wir wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen. Dafür legt die branchenspezifische Abwasser-Emissionsverordnung klare Grenzwerte fest, die von uns intern und extern überprüft werden, mit dem ­Erfolg, dass es im ganzen Jahr 2016 keinerlei Abweichungen gab. Das ist umso wichtiger, da manche unserer Brauereien in ­sensiblen Wassergebieten liegen. So grenzt Schwechat an den Nationalpark Donau-Auen, Wieselburg an das Natura-2000-Erlaufauen-Gebiet und Göss besitzt sogar ein eigenes Quellschutzgebiet.

Auch die Biodiversität im Lebensraum Wasser schützen wir, etwa mit Fischaufstiegshilfen an den Standorten Zipf (Redl) und ­Wieselburg (Erlauf).

Wie wir Energie einsparen und unseren CO2-Ausstoß reduzieren.

Energie zu sparen und schonend mit Ressourcen umzugehen, hat bei der Brau Union Österreich hohen Stellenwert und lange ­Tradition. Wir verwenden schon heute fast zur Gänze „grünen“ Strom und die kontinuierliche, interne wie externe Überprüfung des Energieverbrauchs in der Produktion liefert uns laufend Grundlagen für weitere Verbesserungsmaßnahmen. 

Seit 1. Jänner 2015 schreibt in Österreich das neue Energieeffizienzgesetz der Brau Union Österreich, als Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, den Nachweis einer jährlichen Energieeinsparung in Höhe von 0,6 % vor. Das erforderte die Implementierung eines integrierten Umwelt- und Energie-­Managementsystems, interne Audits, die Ausbildung von internen Energie-Auditoren, sowie die Meldung der umgesetzten Maßnahmen an eine ­Monitoringstelle.

Auch unsere Berufskraftfahrer werden mit Blick auf die Energieeffizienz geschult – mindestens alle fünf Jahre steht für  sie ein Spritfahrtraining im Rahmen der gesetzlichen C95-Ausbildung an. Unsere „Car Policy“ legt überdies fest, dass Dienstfahrzeuge emissionsarm sein müssen.

Maßnahmen beim Transport

Um kurze Transportwege zu erzielen, haben wir unsere Logistik regional organisiert und versuchen, wann immer möglich, Wege einzusparen. Denn ganze 17 % aller Emissionen entstehen laut Carbon Footprint Bericht im Transport. So richtet sich die Anzahl an tatsächlich eingesetzten LKW nach unserem täglichen ­Verkaufsvolumen und wir investieren nur noch in emissions­arme EURO6-LKW, während wir alte LKW aus dem Verkehr ziehen. ­Ebenso ersetzen wir laufend Gas- und Dieselstapler durch ­Elektrostapler. Um auch bei alternativen Antriebs­quellen am Puls der Zeit zu bleiben und Erkenntnisse für weitere Investitionen in diesem ­Bereich zu sammeln, haben wir in der Brauerei Göss ­zudem zwei LKW mit Erdgasantrieb in Betrieb.

Maßnahmen bei unseren Kunden

Mit der „Green Cooling Initiative“ setzen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten für Kühlschränke auf innovative Kühltechnik. Dadurch entsprechen heute 100 % unserer Kühlgeräte, die bei unseren Kunden im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie eingesetzt werden, unserer internen „Green Cooling“ Richtlinie, die etwa das verwendete Kühlmittel, die Lebensdauer eines Geräts, die Beleuchtung, die Ventilatoren oder auch den Einbau eines Energiesparsystems vorschreibt.

Maßnahmen in der Produktion

Seit dem Basisjahr 2008 konnten wir unseren spezifischen Gesamtenergieverbrauch um mehr als 10 % reduzieren (Wärme -9,9 %, Strom -12,5 % je Hektoliter Bier). Erzielt haben wir diese Verbesserung durch eine ganze Reihe von Energieeinsparungs- und Energieeffizienzmaßnahmen, die wir kontinuierlich und konsequent umgesetzt haben. 

Auch im Berichtsjahr 2016 konnten wir weitere Möglichkeiten zur Reduktion des Energieverbrauchs identifizieren und durch konkrete Projekte an den Standorten unseren spezifischen Gesamtenergieverbrauch abermals auf 80,2 MJ je Hektoliter Bier senken. Im Vergleich zum HEINEKEN-Durchschnitt (91 MJ/hl Bier) zeigt sich, dass wir hier im internationalen Spitzenfeld liegen.

Dank des verstärkten Einsatzes von erneuerbaren Energien konnte nicht zuletzt in der Produktion der Output auf 2,93 kg CO2e/hl Bier begrenzt werden. Dies entspricht einer Reduktion um 45,3 % seit 2008, wobei sich der Messwert aus direkten Emissionen (Verbrennung von fossilen Brennstoffen) wie auch indirekten Emissionen (Zukauf von Strom und Fernwärme aus fossilen Brennstoffen) zusammensetzt. Im Hinblick auf das ­HEINEKEN-2020-Ziel von 6,4 kg CO2e/hl Bier bewegen wir uns hier schon auf ­einem ziemlich ­guten ­Niveau. Im kommenden Jahr werden wir erneut Maßnahmen setzen, um sowohl die direkten Emissionen (2,27 kg CO2e / hl Bier) als auch die indirekten Emissionen (0,66 kg CO2e / hl Bier) weiter zu senken.

Planung 2017: Stakeholder Round Table zur Abwasseranlage Göss

Offenheit und Transparenz ist der Brau Union Österreich wichtig. Im November 2016 startete die Planungsphase für eine Informationsveranstaltung über die Abwasseranlage der Brauerei Göss. Anlass dazu war eine Bürgerinitiative von Anrainern der Brauerei, die durch den Betrieb der Anlage eine Verschlechterung der ­Lebensqualität befürchteten. Als Termin für die Veranstaltung wurde der 17. Jänner 2017 fixiert. Seitens Montanuniversität ­Leoben konnten Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Markus Lehner, Leiter des Lehrstuhls für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes an der Montanuniversität Leoben, und Assistenzprofessor Dipl.-Ing. Dr.mont. Markus Ellersdorfer für einen Fachvortrag gewonnen werden. Auch DI Dr. Michael Resch, Geschäftsführer des Reinhaltungsverbandes Leoben, wird sich im Rahmen der ­Informationsveranstaltung den Fragen der Anwesenden stellen.

* Um den spezifischen Energieverbrauch der ­Bierproduktion zu berechnen, wurde nicht der gesamte Energieverbrauch herangezogen. Um die Verwendung von Biogas zu fördern, wird dieser Anteil an Energie nicht in die Berechnung miteinbezogen. Zusätzlich abgezogen wurde der Energieverbrauch der internen Logistik. Der Vergleich mit den Vorjahrszahlen ist mit ­Vorsicht zu genießen – die Werte für den Standort Puntigam wurden 2015 komplett neu berechnet.

Best Practice

Energie aus Biertreber

Seit Ende 2015 gewinnen wir aus den Reststoffen der ­Produktion in der Brauerei Göss mit einer Biertreber­vergärungsanlage Energie. Diese wird für die Dampferzeugung verwendet und so in Strom umgewandelt. Darüber hinaus wird der Gärrückstand aus der Anlage als hochwertiger Dünger verwendet.

Dosensammelaktion

Beim FM4 Frequency Festival engagierte sich Zipfer auch im Jahr 2016 wieder mit der Dosentausch-Aktion für eine ­saubere ­Umwelt. Im Rahmen dieser Aktion wurden rund 60.000 Dosen gesammelt und der Stadt­verwaltung St. Pölten zur Wiederver­wertung übergeben.

Senkung des Chemikalien- und Wasserverbauchs

In der Brauerei Schwechat haben wir im Jahr 2016 eine neue Brauwasseraufbereitungsanlage in Betrieb genommen. Sie arbeitet nach dem Prinzip der Umkehrosmose und senkt den Chemikalienverbrauch erheblich. Die Wasseraufbereitung der Brauerei kommt nun gänzlich ohne Salzsäure aus. In der Brauerei Puntigam konnten wir durch die Optimierung der Bandschmieranlage sowohl den Wasser- als auch den Schmiermittelverbrauch reduzieren. Ein neues Reinigung- und Überwachungsprogramm senkt den  Wasserverbrauch der Flaschenwaschmaschine.

Grüne Brauerei Göss

Die „Grüne Brauerei Göss“ in Leoben ist DAS Vorzeigeprojekt in der Heineken-Familie und weltweit die erste Großbrauerei überhaupt mit einer 100 % nachhaltigen Bierproduktion. Gemeinsam mit dem steirischen Partner BDI-BioEnergy International wurde dort etwa 2015 eine Biertrebervergärungsanlage realisiert, die Mitte 2016 in Vollbetrieb gegangen ist. Daneben werden in der Brauerei Göss nachhaltige Energie aus der Abwärme des benachbarten Holzverarbeitungsbetriebs Mayr-Melnhof erzeugt und Solarstrom eingesetzt. Die Solaranlage, die rund 1.500 m² Fläche umfasst, wurde im Jahr 2013 in Betrieb genommen und erzeugt einen Teil der im Sudhaus benötigten Wärme für den Brauvorgang. Nicht nur, dass Gösser weltweit die erste „grüne“ Großbrauerei ist – laufende Investitionen halten sie zudem immer am neuesten Stand der Technik und machen die Produktion ständig noch effizienter. Dafür wurde die Brauerei Göss bereits mehrfach ausgezeichnet: mit dem Energy Globe Austria, dem EU Sustainable Energy Award inkl. EU-­Publikumspreis oder dem IEA SHC Solar Award für den Einsatz von Solarenergie.

Ein Video zur Grünen Brauerei Göss finden Sie unter

https://youtu.be/oHmNo0J5PrU

Ausblick 2017
Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten für das Jahr 2017 wird auf einer weiteren Reduktion des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes liegen sowie abermals auf einer Steigerung der Energie­effizienz. Geplant sind etwa:

  • Das Projekt „Brauquartier Puntigam“: Rund 800 Wohnungen sowie Büros, Geschäftslokale und ein Kindergarten im neuen „Brauquartier ­Puntigam“ sollen mit Abwärme aus dem Gärprozess der ­Brauerei Puntigam versorgt werden.
  • Das Abwärmeprojekt Schwechat: Biogene ­Gärwärme aus der Brauerei Schwechat wird rund 900 Wohnungen auf den Schwechater „Brauereigründen“ heizen.
  • Logistik: Zusammenarbeit mit Frächtern (für den Nachschub), die EURO6-LKW und Leichtauflieger einsetzen.
  • Geothermie Zipf: Konzeptionsphase wird ­weitergeführt.
  • Projekte, um Energiesysteme weiter zu verbessern und vermehrt auf CO2-neutrale Produktion zu ­setzen. Diese werden an allen Standorten forciert.

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